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Die Meereslithografie ist ein von mir entwickeltes Verfahren, bei dem Aluminium-Trinkdosen abgeschliffen werden, um ihre industrielle Beschichtung zu entfernen und sie so in belichtbare lithografische Oberflächen zu verwandeln. Öl ist einer der Hauptbestandteile der Spuren, die der Mensch in der Welt hinterlässt. Wenn unsere Körper eine Oberfläche, den Boden oder einander berühren, entsteht Kontakt und es bilden sich Beziehungen. Im Falle von Wasser bleibt Öl nicht nur die Spur der Berührung, sondern die Geschichte der Begegnung schwimmt auf der Oberfläche jedes Gewässers und bildet eine Membran, die vergangene Erfahrungen und Ereignisse speichert, die dem bloßen Auge sonst verborgen bleiben. Die Meereslithografie erzeugt eine solche aufnahmefähige Membran, indem mehrere Aluminium-Trinkdosen zusammengeklebt und anschließend mit der Öffnung nach unten auf die Wasseroberfläche gelegt werden, um die darauf befindlichen ölhaltigen Rückstände aufzufangen. Unterschiedliche Belichtungen mit einer milden Säure (nach einer modifizierten Küchenlithografie-Technik) bringen verschiedene Öltexturen auf dem Meerwasser zum Vorschein. Längere Ätzungen verdecken feinere Ölpartikel, während kürzere mehr erfassen (Bewegung, Tiefe, Grautöne). Länger belichtete Platten weisen Unterschichten aus Öl auf, die das Bild bei jedem Abzug verändern.

Die Abzüge, die durch Belichtungen im Mittelmeer, im Roten Meer und im Toten Meer entstanden sind, weisen unterschiedliche Ölschichtdicken auf, die wiederum Farbverläufe auf der Platte erzeugen. Die Salzkrusten ätzen sich tief in das Metall ein und hinterlassen weiße Stellen und Kratzer im Bild. Säuretropfen setzen Bruchstellen in die Graustufen.

 

Sealithographie bedeutet somit, Raum für diese Rückstände zu schaffen, damit sie sich am Aluminium festsetzen können, die Dosen sorgfältig vorzubereiten und zu behandeln, damit sie ihre verborgenen Schätze preisgeben können – es ist ein Dialog mit den Materialien, eine Auseinandersetzung mit der Natur und der Versuch der Pflege.

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