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In Albanien ist Tirana eine Stadt der verborgenen Gewässer. Der Fluss Lana durchschneidet ihr Zentrum; einst ein verschmutzter offener Kanal, ist er heute zu einem begrünten Korridor umgestaltet. Unter der Stadt fließen unsichtbar unterirdische Quellen und umgeleitete Bäche und erinnern Passanten daran, dass der Boden selbst porös und in Bewegung ist. Ganz in der Nähe, im Großen Park von Tirana, befindet sich der künstliche See , der in den 1950er Jahren angelegt wurde und ein weiteres Beispiel menschlichen Eingriffs darstellt. Hier begegnet uns Wasser als eine Art Infrastruktur, die für Freizeit, Versorgung und Kontrolle geplant und gestaltet wurde.

Doch auch die Gewässer Tiranas bergen politisches Gedächtnis. Während der sozialistischen Ära wurden Flüsse und Seen in kollektive Modernisierungsprojekte eingebunden, Dämme, Kanäle und Stauseen wurden massiv errichtet. Nach 1991 verfielen diese Systeme aufgrund von Vernachlässigung, Privatisierung und der Ausbreitung der Stadt. Die Sanierungsprojekte an der Lana symbolisieren heute nicht nur die ökologische Erholung, sondern auch den Versuch der Stadt, ihr Verhältnis zur Moderne neu zu gestalten.

 

In diesem Kontext können wir darüber nachdenken, was es bedeutet, sich mit Wasser auseinanderzusetzen, das nicht ausgedehnt und sichtbar ist, sondern kanalisiert, verborgen und durch die Politik der Stadtplanung geformt wird?

 

In Tirana fanden diese Erkundungen in einem Workshop in Zusammenarbeit mit dem Destil Creative Hub dank der Unterstützung von Olson Lamaj und dem Goethe-Institut Albanien statt.

 

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